1   Tiefdruck

 

Fall.Wasser
8 tlg. Grafikzyklus

deep ocean

fukushima

Reservage /à la poupée.

11 x 22 cm. 2014

 

Totentanz
Offene Serie

Error 4.0

Reservage.

27 x 34 cm. 2016

Hommage an
Elsa Brändström
4 tlg. Serie

Russische Weite

Reservage / Fotogravure.

18 x 27 cm. 2017

 

 



2   Hochdruck

Farbholzschnitte zu Gedichten von Elsa Asenijeff

„Die sengende Passion oder Studien zu Tajana“

 

Rekonstruktion eines Liebespoems

Gedichtband. Hrsg. Rita Jorek, Leipzig, 2017

Eliminationsschnitt.

21 x 30 cm. 2017

(48) Die Wände schimmern so

sanft. Wie das erste Morgengrauen

durchlächelt von schiefer, seichter

Sonnenstrahlen ferner Zärtlichkeit,

wie dies erste Morgengrauen,

das sich liebend über die

zarten Grasspitzen legt, so sanft

schimmern die Wände.

Bist Du nicht eifersüchtig?

Der Dämmerung Müdigkeit streichelt

meine Glieder. O komm leg Dich

zu mir. Nur Dein Liebkosen will ich gewähren.

 

(49) Sieh! Sieh! Ich bin die

Braut Deiner heutigen Stunde.

Der Tag lieh mir seine Kraft &

die Sonne legte ihre schönste

Helle um meinen Leib. Alle

Blumen thauten Duft auf mich.

Komm, ach komm! Hörst Du die

Stimme meiner Sehnsucht nicht.



3   Zeichnung

Novemberwolke

Farbstift. 2016

Gedicht zum Bild von Gisela Kohl-Eppelt, Leipzig

Wolkenschwer

Leicht fällt es mir, mein Auto zu verlassen,

den Faradayschen Käfig, mein Asyl,

mit ein paar schnellen Schritten schon

zu fühlen, wie kalter Wind den Boden fegt

und seine Flüche in den Himmel trägt,

der wolkenschwer und meilenweit

erhaben seine Schönheit zeigt.

Das wegelose Land vergaß, was es mal war,

der tiefen Karbonwälder ausgeraubt,

der leere Bauch mit Müll verkippt,

bedeckt mit einer dünnen Humusschicht,

(das dauert, bis hier etwas wächst),

steh ich allein erinnerungsschwer

und schau in dieses Wolkenmeer.

Wie damals brennen meine Lungen,

als ich vom Spiel nach Hause gerannt,

(der Hund war lange vor mir da),

die Mäher flohen von den Feldern,

die Spatzen flogen ihnen nach.

Gebrüll und Rufen und dann Stille,

die Stille vor dem Donnerschlag.

Die Bilder wechseln wie die Zeiten,

die Himmel waren immer da.

Auf diesen leergefegten Weiten

steh ich und sinne ihnen nach.

Mein Atem brennt an diesem Tage

der wolkenschwer und eisig klar,

und unter diesem weiten Himmel

bin ich bei mir der Erde nah.